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H1Z2Z2-K vs. PV1-F Solarkabel: Technischer Vergleich und Anwendungsleitfaden

In Photovoltaikanlagen (PV) Gleichstrom Kabel spielen eine entscheidende Rolle für die Systemsicherheit, Effizienz und langfristige Zuverlässigkeit. Die Auswahl des richtigen Solarkabels ist daher nicht nur eine Designentscheidung, sondern auch eine Compliance- und Risikomanagemententscheidung. Dieser Artikel bietet einen technischen Vergleich zwischen dem modernen Solarkabel H1Z2Z2-K und dem früheren Typ PV1-F, der in PV-Installationen weit verbreitet war.

Zusammenfassung

Das Solarkabel H1Z2Z2-K ist nach der europäischen Norm EN 50618 konzipiert und technisch auch an IEC 62930 ausgerichtet. Es wurde zur Unterstützung moderner Photovoltaikanlagen, insbesondere 1500-V-DC-Anlagen, entwickelt. PV1-F-Kabel werden in der Regel gemäß den Zertifizierungsanforderungen des TÜV 2 PfG 1169/08.2007 hergestellt und waren ursprünglich für frühere 1000-V-DC-Photovoltaikanlagen konzipiert.

Da Solaranlagen auf Architekturen mit höherer Spannung umgestiegen sind, um die Balance of System (BOS)-Kosten zu senken, ist H1Z2Z2-K zur bevorzugten Lösung für Neuinstallationen geworden.

Wichtige technische Unterschiede

1. Nennspannung

Photovoltaikanlagen im Versorgungsmaßstab werden zunehmend mit 1500-V-Gleichstromsystemen gebaut, da Strings mit höherer Spannung die Stromstärke reduzieren und somit den Kupferverbrauch, die Installationskosten und den Leistungsverlust senken.

H1Z2Z2-K-Kabel sind typischerweise für 1,5-kV-Gleichstrom-Photovoltaiksysteme ausgelegt (wobei die Systemkonstruktionsspannungen unter bestimmten Testbedingungen je nach Herstellerspezifikationen häufig bis zu etwa 1,8 kV zulassen). Damit eignen sie sich für moderne Hochspannungs-Solaranlagen.

PV1-F-Kabel sind im Allgemeinen für Photovoltaiksysteme bis 1000 V DC ausgelegt und erfüllen daher möglicherweise nicht die Designanforderungen neuerer 1500 V-Systeme.

2. Isolierungs- und Mantelmaterialien

Bei beiden Kabeltypen werden typischerweise vernetzte Polyolefin-Isoliermaterialien (oft als XLPO oder XLPE abgekürzt) verwendet. In den meisten modernen Designs sind diese Materialien halogenfrei und raucharm (LSZH), was einen verbesserten Brandschutz und eine bessere Umweltleistung bietet.

H1Z2Z2-K-Kabel verfügen normalerweise über eine doppelschichtige vernetzte Isolierung und Ummantelung, die speziell für langfristige UV-Belastung, Ozonbeständigkeit und raue Außenumgebungen optimiert sind.

3. Wasserbeständigkeit und Umweltschutz

H1Z2Z2-K-Kabel zeichnen sich durch eine hohe Umweltbeständigkeit aus, einschließlich starkem Schutz gegen Feuchtigkeit, UV-Strahlung, Ozon und Witterungseinflüsse. Einige Hersteller klassifizieren diese Kabel nach hohen Wasserbeständigkeitsstufen, die in Installationsstandards definiert sind (z. B. AD7 oder AD8, je nach Testbedingungen und Herstellerdokumentation).

In der Praxis bedeutet dies, dass das Kabel sehr feuchte Umgebungen wie schwimmende Solaranlagen oder Installationen, die häufigem Regen ausgesetzt sind, verträgt. Allerdings sollte die dauerhafte Untertauchleistung immer anhand der Zertifizierungs- und Installationsrichtlinien des jeweiligen Herstellers überprüft werden.

PV1-F-Kabel bieten auch eine gute Haltbarkeit im Freien, weisen jedoch in extrem nassen oder mechanisch anspruchsvollen Umgebungen typischerweise geringere Leistungsreserven auf.

4. Mechanische Festigkeit und Installation

H1Z2Z2-K-Kabel zeichnen sich im Vergleich zu PV1-F durch eine verbesserte Mantelrobustheit und mechanische Haltbarkeit aus. Dadurch eignen sie sich besser für anspruchsvolle Installationsumgebungen.

Obwohl Schutzrohre oder Kabelrinnen nach wie vor als bewährte Vorgehensweise empfohlen werden, können H1Z2Z2-K-Kabel unter bestimmten direkten Erdverlegungs- oder rauen Außenbedingungen installiert werden, wenn angemessener mechanischer Schutz und örtliche Elektrovorschriften eingehalten werden.

PV1-F-Kabel erfordern im Allgemeinen kontrolliertere Installationsbedingungen und werden seltener in mechanisch anspruchsvollen Layouts verwendet.

5. Temperaturverhalten und Lebensdauer

Typische Betriebstemperaturbereiche für moderne Solarkabel liegen unter normalen Betriebsbedingungen bei etwa -40 °C bis 90 °C, wobei je nach Leiter- und Isolationsdesign eine höhere kurzfristige Temperaturtoleranz besteht.

Solarkabel, die gemäß den Normen EN 50618 entwickelt wurden, sind in der Regel für eine Lebensdauer von etwa 25 Jahren unter ordnungsgemäßen Installations- und Betriebsbedingungen ausgelegt, was der erwarteten Lebensdauer von Photovoltaikmodulen entspricht.

Fazit

PV1-F-Kabel spielten eine wichtige Rolle bei der frühen Photovoltaik-Einführung und sind in vielen Altsystemen noch vorhanden. Allerdings sind H1Z2Z2-K-Kabel aufgrund ihrer höheren Spannungsbelastbarkeit, verbesserten Umweltbeständigkeit und stärkeren mechanischen Leistung zur bevorzugten Lösung für moderne PV-Installationen geworden.

Für Händler, EPC-Auftragnehmer und Solarentwickler trägt die Spezifikation von H1Z2Z2-K-Kabeln dazu bei, die Kompatibilität mit aktuellen Photovoltaik-Systemdesigns und langfristige Projektzuverlässigkeit sicherzustellen.